Weidatalbrücke an der BAB A38, Esperstedt

Premiere des Osterberg-Verfahrens in Deutschland mit doppelstöckigen Probebelastungen im hohlraumreichen Versturzgebirge

Der Neubau des Streckenabschnitts zwischen der Landesgrenze Thüringen / Sachsen-Anhalt und dem Autobahndreieck Halle Süd führt mit der Weidatalquerung über ein durch den Naturschutz als Flora-Fauna-Habitat qualifiziertes Gebiet.

Neben der Forderung nach dem kleinstmöglichen Flächenverbrauch wegen naturschutzrechtlicher Belange sind Pfeiler in Hanglage in einen Baugrund abzusetzen, der durch Subrosion und nachfolgendem Einsturz von Karsthöhlen und Schloten als Versturzgebirge Schwierigkeiten bei der Abschätzung der Tragfähigkeit bereitet. Der Kalkstein als Grundlage lässt jedoch auf hohe Werte hoffen.

Die Vorteile des Osterberg-Verfahrens erlauben es, beide Forderungen gleichermaßen zu erfüllen: minimaler Eingriff in die Fläche durch den Verzicht auf Reaktionspfähle und die Möglichkeit, hohe Prüfkräfte durch einen mehrstöckigen Versuch abschnittsweise einzutragen und somit die tragkraftrelevanten Schichten sicher und präzise zu charakterisieren. Die Ergebnisse erlauben eine Optimierung der Pfahlgründung.

Anforderungen an das Verfahren

* Axiale Probebelastung, Pfahldurchmesser 1,2 m, Länge bis ca. 30 m
* Bestimmung des axialen Widerstands-Verformungsverhalten des Baugrunds
* Zwei Pressenhorizonte pro Pfahl zur Ausführung eines mehrstöckigen Osterberg-Versuchs
* Aufbringung der Prüflast auf drei getrennte Abschnitte des Pfahls
* Extensometer und Bewehrungsmesser zur Bestimmung der Betonverformung

Zwei Osterberg-Pressen pro Pfahl werden in zwei getrennten Stockwerken angeordnet. Die Probebelastung wird abschnittsweise ausgeführt. Mit dem oberen Horizont wird die Mantelreibung des oberen Abschnitts bestimmt. Der untere Horizont wird knapp über dem Pfahlfuß angeordnet, um die Widerstandskraft nach Spitzendruck und Mantelreibung aufzuteilen. Der mittlere Pfahlabschnitt wurde bis auf 14,79 MN belastet.

Projekt Eckdaten

Zeitraum Juni 2003 bis August 2004
Pfahlausrüstung 4 Osterberg-Pressen, 540 mm Durchmesser 12 Wegmesser mit schwingender Saite 4 eingebettete Stangenextensometer mit schwingender Saite 8 Stangenextensometer mit Pfahlkopfaustritt 12 integrale Bewehrungsmesser mit schwingender Saite
Ergebnis 33.9 MN Gesamtprüflast
Performance Durch die spezifische Charakteristik des Prüfverfahrens getrennte Bestimmung der Mantelreibung an drei Abschnitten pro Pfahl und des Spitzendruckes eines im Kalkstein abgesetzten Pfahlfußes sowie der Mantelreibungsverteilung durch Betonstauchungsmessung
Auftraggeber Züblin Spezialtiefbau GmbH, Niederlassung Nord, Zweigstelle Dresden
Bauherr DEGES, Berlin
Geotechnische Gutachter ARCADIS Deutschland GmbH, Darmstadt und Erfurt

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